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wirtschaft&weiterbildung
Oktober 2001
Hier finden Sie Zusammenfassungen und Bewertungen von Fachbeiträgen unterschiedlicher Zeitschriften.
 

Inhaltsverzeichnis (Auszug)

  1. Projekte managen oder russisches Roulet spielen?
  2. Reden wie Columbo
  3. Voodoo oder Wahrheit?


wirtschaft&weiterbildung 10/01, S. 10-13
Projekte managen oder russisches Roulett spielen ?
Autor(en) Steven Thomsen
Schlagwörter Projektmanagement

Aus 8 Bausteinen besteht die Projektmanager-Ausbilung der Schwäbisch-Hall Gruppe, in denen die Beteiliten u.a. lernen Risiken zu minimieren und Interssen von Betroffenen adäquat zu berücksichtigen.
Die hauptsächlichen Problemfelder beim Scheitern von Projekten liegen darin, daß die Komplexität der Projekte bzw. die interdependenzen verschiedener Projekte und Unternehmensprozesse unterschätzt wird.
Dies erfordert eine entsprechend eine 'Stakeholder-Analyse' (Wer ist wovon in welchem Masse betroffen?), ohne die ein effektives Risikomanagement nicht möglich ist. Denn nur wenn im Vorfeld alle Risiken identifiziert werden, kann entschieden werden, mit welchem Risiko man leben kann, weil es das Projekt nicht gefährdet. Hierfür ist es notwendig einzuschätzen, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, daß ein Problem eintritt und welche Folgekosten bzw. -probleme hieraus entstehen.
Damit kann entschieden werden, für welche Risiken Notfallpläne erstellt werden müssen.


wirtschaft&weiterbildung 10/01, S. 32-34
Reden wie Columbo
Autor(en) Patricia Dill, Bettina Franzke
Schlagwörter Beratungsstrategie, Training

Eine Fülle von Gemeinsamkeiten offenbart sich, vergleicht man die Arbeit von Beratern und Polizisten.
Beide sind Informationssammler, die versuchen aus einzelnen Mosaiksteinen ein ganzheitliches Bild zu forman.
Fragen stellen und Zuhören ist dabei Columbos vorrangigstes Arbeitsmittel. Zuweilen kann er hier suggestiver vorgehen als der Berater. Neben den Erfordernissen einer fundierten Menschenkenntnis, Lebenserfahrung und Psychologie bedarf es einer Taktik bzw. Strategie, welche sich aus einer Analyse des Gesamtbildes des Unternehmens ableiten lässt.

 - Kriminalisten und Berater fragen mehr, als daß sie über sich erzählen.
 - Sie stellen ihr Licht unter den Scheffel, um bescheidener und damit vertrauenswürdiger zu wirken.
 - Vertrauen entsteht manchmal besonders dann, wenn sich der Berater an bestimmten Punkten selbst öffnet.

Ungeachtet der Gemeinsamkeiten, gibt es auch wesentliche Unterschiede zwischen Kriminalisten und Beratern.
Während Columbo vor allem Vergangenheitsbezogen Rekonstruiert, beginnt die Arbeit des Beraters gerade erst, wenn die Situation geklärt ist. Jetzt gibt er Hilfe zur Selbsthilfe, und unterstützt den Klienten bei der Weiterentwicklung und Veränderung.

Ein interessanter Vergleich und ein Thema, welches sich - wenn auch nur zum Vergnügen - zur Vertiefung lohnt. Leider ist der Artikel wenig griffig und anregend.


wirtschaft&weiterbildung 10/01, S. 10-13
Vodoo oder Wahrheit?
Autor(en) Bärbel Schwertfeger
Schlagwörter Organisationsaufstellung, Beratungsstrategie

Bei immer mehr Trainern findet die "Organisationsaufstellung" anklang. Die aus Bert Hellingers Familienaufstellung entstandene Methode gewinnt in Unternehmen zunehmend an Bedeutung.
Sie soll die Zusammenarbeit verbessern, Konflikte lösen und Umstrukturierungen reibungsloser machen.
Andererseits hat Hellinger die Szene gespalten. Während seine Anhänger seinen Worten gebannt lauschen, bedeuten seine Interpretationen für andere einen Rückschritt in die Expertenstellung.

Nachdem der Klient sich aus dem Teilnehmerkreis Stellvertreter für seine Familie ausgesucht hat, stellt er sie wie in einem Theaterstück auf. Die Stellvertreter in bestimmten Momenten nach ihren Empfindungen befragt, zieht Hellinger Rückschlüsse auf die Empfindungen der realen Personen und die vermeintlich wahren Konfliktursachen. Aufgelöst werden die familiären Verstrickungen durch Ritualsätze und Umstellungen.

Die Wurzeln der Familienaufstellung liegen u.a. in Morenos Psychodrama und Satirs Familienrekonstruktion. Der Arzt und Systemtherapeut Gunthard Weber entwickelte diesen Ansatz weiter zur Organisationsaufstellung.
Einen Schritt weiter gehen M. Varga von Kibéd und I. Sparrer. Sie sehen den Berater als Katalysator für den Selbstklärungsprozess des Klienten. Dieser generiert seine Lösungen selbst, darf dafür aber auch abstrakte Dinge wie "Werte" und "Ziele" aufstellen.
Mit diesem konstruktivistischen Ansatz stehen sie im direkten Gegensatz zum phänomenologischem Ansatz der Hellinger-Anhänger.

Leider gibt es bei Trainern die Tendenz, nach nur ein paar Seminarbesuchen mit einer Methode auf den Markt zu gehen - und so ist es leider auch mit der Organisationsaufstellung.

Ein ausführlicher, grundlegender Artikel, welcher sich kritisch mit der Organisationsaufstellung auseinandersetzt.


 

 
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© 2001 Eike Horst. Alle Rechte vorbehalten.
Last update: 25.10.2001