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Juni 2001
Hier finden Sie Zusammenfassungen und Bewertungen von Fachbeiträgen
unterschiedlicher Zeitschriften.
Inhaltsverzeichnis (Auszug)
- Das Konzept des Klienten in der Prozeßberatung
- Regionale Netzwerke als innovative Infrastruktur für lernende Organisationen
- Lerngeschichten von Organisationen
Profile, 15.6.2001, S. 10-23
| Titel |
Das Konzept des Klienten in der Prozeßberatung |
| Autor |
Ed. Schein |
| Schlagwörter |
Prozeßberatung |
In diesem Artikel stellt Ed. Schein sein Konzept des Klienten in
der Prozeßberatung vor.
Ausgangspunkt ist die Erkenntnis, daß es nicht immer leicht
ist zu erkennen, wer nun wirklich der Klient ist. Schein grenzt 6
Grundtypen von Klienten ab:
(1) Kontaktklienten
die den Kontakt zum Berater aufnehmen
(2) Mittelbare Klienten
die im weiteren Projektverlauf in die Maßnahmen einbezogen
werden.
(3) Primäre Klienten
denen das Problem/Thema gehört, das Arbeitsgegenstand ist
(4) Ahnungslosen Klienten
die von den Interventionen beeinflußt werden, sich dessen
aber nicht bewußt sind.
(5) Ultimativen Klienten
Die Gemeinschaft / Organisation, derer sich der Berater annimmt.
(6) Involvierte "Nicht-Klienten"
Bei jedem Versuch etwas zu ändern, kann es Personen oder
Gruppen geben, die daran interessiert sein können den
Veränderungsprozeß zu verlangsamen oder zu stoppen.
Im Umgang mit Klienten ist für den Berater oberstes Gebot.
daß er sich stets bewußt ist, wer sein Klient ist.
Andererseits muß er sich im Klaren sein, daß je nach
Problemstellung vor allem die Grenzen zwischen ahnunglosen,
ultimativen und Nicht-Klienten fließend sind.
Schein legt in seiner Arbeit Wert darauf, möglichst die gesamte
Komplexität beraterischer Tätigkeit einzubeziehen, um
dann auf einfache Weise aufzuzeigen, wie man mit ihr umgehen kann.Die
von ihm eingeführten Unterscheidungen gehören eigentlich zum
Basiswissen eines Organisationsberaters.
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Profile, 15.6.2001, S. 47-58
| Titel |
Regionale Netzwerke als innovative
Infrastruktur für lernende Organisationen |
| Autoren |
J. Howaldt, R. Kopp |
| Schlagwörter |
Netzwerk, Lernende Organisation, Verbundprojekt |
Reichen konventionelle Formen der Organisationsentwicklung im Kontext
lernender Organisationen noch aus? Bieten klassische
Berater-Klieneten-Settings eine befriedigende Grundlage zur
Wissensgenerierung ? Anhand eines Fallbeispieles zeigen die Autoren
auf, welche möglichen Lerneffekte sich ergeben, wenn unterschiedliche
Kompetenzen in Lernnetzwerken zusammengefasst werden.
Trotz aller Unterscheide zwischen und innerhalb der Konzepte
Lernender Organisationen, geht es doch vor allem darum, die
Potentiale zur Selbststeuerung und Selbstreflexion zu erhöhen, sowie
die Fähigkeit zur Generierung eigener Lösungen zu entwickeln.
Die Beobachtung, daß Lernende Organisationen über ihre Berater
hinauswachsen, führt zu dem Schluß daß die Weiterentwicklung
Lernender Organisationen auf neuartige Unterstützungsstrukturen wie
Lernnetzwerke angewiesen sind.
Am Organisational Learning Center (OLC) das Massachusetts Institute
of Technology (MIT) wird diese Tendenz dadurch deutlich, daß sich der
Fokus der Arbeit von Theorie, Methoden, Werkzeugen und Leitideen in
Richtung Innovation von Infrastrukturen verlagert.
Lernnetzwerke markieren ein neues Leitbild, welches die Verbindung
von Praxis, Beratung, Wissenschaft und Politik als Grundlage der
Wissensgenerierung sieht.
Die Netzwerkdiskussion wird aktuell von unterschiedlichen
wissenschaftlichen Disziplinen geführt. Dieser Artikel zeigt auf,
welche Potentiale in Verbundprojekten stecken, aber auch welch
professioneller Anspruch für einen Aufbau erforderlich ist.
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Profile, 15.6.2001, S. 91-98
| Titel |
Lerngeschichten von Organisationen |
| Autoren |
A. Kleiner, G. Roth |
| Schlagwörter |
Lerngeschichten, Erfahrungsgeschichten |
Aus Erfahrung wird man klug. So heißt es jedenfalls. Doch (auch) im
Unternehmen hat dies nicht immer seine Gültigkeit. Da wird oftmals
nach einschneidenden Ereignissen so weiterverfahren, wie bisher. Etwa
nach Fusionen, wenn ein Produkt sich als Flop entpuppt oder auch nach
einem geschäftlichen Erfolg.
Und obwohl meist Einzelne wissen was gut oder schlecht läuft, fehlt
es an einem Instrument, mit dem sich die Erfahrungen sammeln und
auswerten lassen. Ein Team beim MIT ist nun seit vier Jahren bemüht
dieses Problem des kollektiven Lernens zu lösen. Herausgekommen ist
die Erfahrungsgeschichte.
Hierbei handelt es sich - vereinfacht gesagt - um die schriftlich
festgehaltene Nacherzälung wichtiger Vorkommnisse aus der jüngsten
Vergangenheit des Unternehmens. Dieses Dokument von 20 - 100 Seiten
präsentiert sich in zwei Spalten. Die rechte Spalte enthält die
Erzählungen der Beteiligten, während die linke Spalte Analysen und
Kommentare der "Erfahrungshistoriker" - meist externe
Unternehmensberater - enthält.
Die abgeschlossene Erfahrungsgeschichte dient als Grundlage für
Gruppendiskussionen, welche für alle Beteiligten als auch für alle
anderen die etwas daraus lernen können sehr aufschlußreich sein.
Geschichtenerzählen wird Mode. Auch einige Großgruppeninterventionen
(bspw. Futuresearch) nutzen die Kraft des Geschichtenerzählens, wenn
auch nicht in dieser Form. Doch die Erfahrungsgeschichte ist sehr
Zeit- und Kostenintensiv. Ein Beraterteam braucht mehrere Monate für
Interviews um dann mehrere Monate aus den Zitaten die Geschichte zu
schreiben.
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