Reorganisation als Weg in eine Lernende OrganisationAutor(en): Unternehmensberatung: Telefon: 06172 / 96570 Internet: http://www.coutts.de/ |
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REORGANISATION
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Mitarbeiter fühlen sich in diesen Projektphasen oftmals allein gelassen, hilflos und ausgeliefert. Die jahrelang gepredigte Bindung an das Unternehmen mit all den dazugehörigen Maßnahmen scheint zum reinen Lippenbekenntnis zu werden - die Vision des Arbeitsplatzverlustes mutiert zur scheinbaren Realität.
Dies jedoch auch mit der Konsequenz, daß einige Mitarbeiter in dieser Phase überstürzt reagieren und zur Konkurrenz abwandern.
Mit der "sichtbaren Umstrukturierung" bzw. der Einleitung der Maßnahmen findet im Unternehmen gleichzeitig mit der Veränderung interner Strukturen eine Veränderung von Arbeitsplatzanforderungen, neuen Kompetenzfeldern und erweiterten Schlüsselqualifikationen statt. Mitarbeiter sind in aller Regel hierauf nicht vorbereitet - sie warten die Projektphasen ab und reagieren wie gewohnt nur auf "Anordnung" im Bedarfsfall. Diese Reaktion kann sowohl für das Unternehmen als auch für die Mitarbeiter fatale Folgen haben:
| Risikopotentiale: |
Veränderungsprozesse in Unternehmen müssen von den Mitarbeitern umgesetzt und getragen werden. Daher kommt ihnen im Rahmen von Restrukturierungen eine zentrale Rolle zu.
Sind es bisher primär die unternehmensinternen Abläufe, die einer Restrukturierung unterworfen wurden, so muß gleichzeitig eine Restrukturierung der Mitarbeiter stattfinden. Sie müssen sich ebenfalls - wie Unternehmen - diesen Veränderungen anpassen, um ihre Wettbewerbsfähigkeit - ihre Beschäftigungsfähigkeit - zu erhalten. Auch hier darf nicht nur eine Reaktion aufgrund veränderter Bedingungen stattfinden, sondern sie müssen ebenfalls durch eine kontinuierliche und vorausschauende Planung und Entwicklung Veränderungsprozesse aktiv mitgestalten. Dies bedingt jedoch ein Umdenken auf ganzer Linie. Waren es jahrelang die Unternehmen, die für die Mitarbeiter die Weichen der Karriereentwicklung gestellt haben, so ist heute die Eigenverantwortlichkeit eines jeden Mitarbeiters gefragt.
Kein Unternehmen kann heute mehr eine lebenslange Beschäftigungsgarantie geben. Mitarbeiter müssen sich nunmehr als Unternehmer im Unternehmen verstehen und Verantwortung für sich selbst übernehmen - ihre Eigenverantwortlichkeit muß gefördert werden.
Coutts hat daher spezielle Employability-Programme (engl.: Beschäftigungsfähigkeit) entwickelt, die die Mitarbeiter bei den unternehmensinternen Umstrukturierungsmaßnahmen auffangen und gleichzeitig die individuelle Restrukturierung jedes einzelnen Mitarbeiters initiieren.
Dabei steht der Begriff Employability für eine persönliche Beschäftigungsfähigkeit im Sinne einer eigenverantwortlichen, vorausschauenden, alle internen wie externen Einflußfaktoren berücksichtigenden Karriereplanung. Zentrales Element ist dabei die Verankerung des Bewußtseins, für seine eigene Entwicklung selbst verantwortlich zu sein.

AG = Arbeitgeber AN = Arbeitnehmer MA = Mitarbeiter
Die zuvor beschriebenen Problemfelder, die im Rahmen von Restrukturierungsmaßnahmen auftreten, werden durch den Einsatz der Employability-Programme sukzessive bereinigt.
| Phase 1 |
Im ersten Schritt wird die Verunsicherung der Betroffenen durch die systematische Auseinandersetzung mit den Ursachen, den Zielen und dem zeitlichen Ablauf der Reorganisation im Kontext zur externen Arbeitswelt aufgearbeitet.
In Form eines Arbeitshandbuches erhält jeder Betroffene die Möglichkeit, sich intensiv durch aktuelle Kommentare mit den Veränderungen der Arbeitswelt auseinanderzusetzen und kann insofern die Veränderungen im eigenen Unternehmen, auf die speziell Bezug genommen wird, besser einordnen und verstehen.
In einem zweiten Teil des Arbeitshandbuches wird eine vorläufige Standortanalyse mittels Selbsteinschätzungstests vorgenommen, die Aufschluß über verschiedene persönliche Aspekte wie z. B. Stärken/Schwächen, private wie berufliche, kurz,- mittel- und langfristige Zielsetzungen geben, aber auch Einschätzungen durch Dritte.
| Ergebnis |
Die Betroffenen können somit anders mit der Situation umgehen, als wenn das eigene Verhalten durch Angst gelähmt wird. Sie entwickeln eine aktive Einstellung und befassen sich objektiver und zielorientierter mit dem gesamten Veränderungsprozeß.
| Phase 2 |
In einem interaktiven Workshop werden alle Aspekte des Arbeitshandbuches vertieft und aufgearbeitet. Durch verschiedene Übungen wird der Prozeß der Entwicklung einer aktiven, vorwärtsgerichteten Einstellung unterstützt. Der bedrohliche Charakter der anstehenden Veränderungen verliert an Schärfe. Aus Resignation und Angst entsteht planvolles, professionelles, persönliches Veränderungsmanagement.
Hier geht es um die gegenseitige "Neuverpflichtung" zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer während der Restrukturierungsphase, den gegenseitigen Rechten und Pflichten, den Erwartungshaltungen und den besonderen Spielregeln. Die persönliche Standortbestimmung eines jeden einzelnen und die sich daraus ergebenden Perspektiven während und nach der Restrukturierung werden systematisch erarbeitet und münden ein in einen "Action Plan", der entweder die zukünftige interne Weiterbeschäftigung zum Ziel hat oder die persönliche Vorbereitung auf den externen Arbeitsmarkt.
Nach Abschluß des Workshops erhält jeder Teilnehmer in intensiven Vier-Augen-Gesprächen mit einem externen Coutts-Berater Gelegenheit, ganz persönliche Problemstellungen zu erörtern, die sich aus den Veränderungen ergeben können oder tatsächlich ergeben und die vielfältiger Natur sein können. Für diese Gespräche unter vier Augen wird den Arbeitnehmern vollste Vertraulichkeit zugesichert. Diese Vertraulichkeit sowie die Objektivität der externen Berater gewährleisten das Zustandekommen eines konstruktiven und vertrauensvollen Dialogs.
| Ergebnis |
Der wichtigste Effekt ist dabei der positive Blick nach vorn und das "Nicht-den-Kopf-in-den-Sand-stecken". Kurz-, mittel- und langfristige berufliche und private Ziele werden entwickelt und miteinander abgestimmt im Kontext der Reorganisation und der sich daraus möglicherweise ergebenden Konsequenzen. Das bedeutet, daß das Handeln der Betroffenen eine sinnvolle, konstruktive Struktur bekommt, definierte Ziele effektiv verfolgt werden. Und dies vor, während und nach einer Reorganisation.
| Phase 3 |
Potentialanalysen stellen den nächsten sinnvollen Schritt in diesem Employability-Konzept dar, verbunden mit korrektiven Maßnahmeplänen qualitativer und quantitativer Art in bezug auf Kernkompetenzen des momentanen bzw. späteren externen Arbeitgebers. Aus den Ergebnissen der Potentialanalysen werden Weiterbildungs- oder Qualifikationsmaßnahmepläne entwickelt, deren konsequente Umsetzung zu einer internen Weiterbeschäftigung im Unternehmen führen, oder die Basis für einen erfolgreichen Start im externen Arbeitsmarkt darstellen kann.
In jedem Fall wird das Niveau der beschäftigungsrelevanten Fähigkeiten und Kenntnisse gezielt adressiert und angehoben, so daß die "Vermarktbarkeit" der eigenen Person sowohl intern als auch extern konsequent verbessert wird. Idealerweise - und dazu regen Employability-Programme von Coutts an - stellt dies einen kontinuierlichen Prozeß dar, der in regelmäßigen Abständen wiederholt werden sollte, d. h. eine Gegenüberstellung des persönlich einzubringenden Nutzenspektrums mit den mittel- bis langfristigen Anforderungen des Arbeitgebers oder externer potentieller Arbeitgeber.
| Ergebnis |
Dies kann einen drastischen Wechsel des Karrierepfades bedeuten, einhergehend mit einer umfassenden Neuausrichtung aller Lebensumstände - bis hin zu einem Umzug in eine andere Region, zu einem neuen Arbeitgeber, in einer neuen Branche, in einer neuen Position. Es kann auch einen Positionswechsel im eigenen Unternehmen mit anspruchsvollerem Aufgabengebiet und mehr Verantwortung bedeuten. Es mag aber auch zu gänzlich anderen Möglichkeiten, z. B. Teilzeitbeschäftigung in Verbindung mit Weiterbildung, führen. Das A und O jedoch ist, die persönliche Beschäftigungsfähigkeit (Employability) am Markt, sei es intern oder extern, zu orientieren und immer wieder den neuen Entwicklungen anzupassen, systematisch und zielorientiert. Sich zurücklehnen und auf Altbewährtem auszuruhen oder sich darauf zu verlassen, kann sowohl für das Unternehmen wie auch für den Mitarbeiter mitunter gefährlich werden.
Von einer intensiven, professionellen, externen Unterstützung von Arbeitnehmern, die von einer Reorganisation betroffen sind, in der Form eines hier beschriebenen Employability-Programmes profitieren beide Seiten, Arbeitgeber und Arbeitnehmer, in ganz erheblichem Umfang. Das Funktionieren und die Umsetzung sowie das positive Mittragen einer Reorganisationsmaßnahme, vor allem in den Köpfen der betroffenen Mitarbeiter, ist ein entscheidender Faktor, der das Gelingen solcher Maßnahmen erst ermöglicht. Die intelligenteste Umstrukturierung bringt nicht die gewünschten Ergebnisse, wenn sie nur technisch funktioniert aber die handelnden Menschen nicht voll dahinterstehen.
Die systematische Verbesserung der persönlichen Beschäftigungsfähigkeit eines jeden einzelnen andererseits ist die beste Voraussetzung für betroffene Mitarbeiter, aus Verlierern einer Reorganisation zu Gewinnern zu werden.