Gemeinsam noch besser werden
Die Führungskraft als Coach und Entwickler ihrer Mitarbeiter

Autor(en):
Dr. Angelika Hamann

Unternehmensberatung:
dta-Deutsche Trainer- und Führungskräfte-Akademie GmbH
Tibarg 40
22459 Hamburg

Telefon: 040/580309
Telefax: 040/583228

Internet: http://www.dta-akademie.de
email:   
dtaAkademie@t-online.de

 

Gemeinsam noch besser werden
Die Führungskraft als Coach und Entwickler ihrer Mitarbeiter

von Dr. Angelika Hamann, Hamburg *

Vorspann:

In Zeiten des Change-Managements, der ständigen Entwicklung und Veränderung ist eine Differenzierung über die Art der Produkte, die unterschiedlichen Dienstleistungen kaum mehr möglich. Die Mitarbeiter sind das wichtigste Kapital, um den Unternehmenserfolg auch in Zukunft zu garantieren, um eine permanente Bindung zum Kunden herzustellen und aufrecht zu erhalten. Außerdem sind nur Mitarbeiter, die als Mitunternehmer denken und handeln, ihr Ohr am Markt haben, langfristig die Garanten für einen permanenten Unternehmenserfolg. Die Führungskraft ist also der wichtigste Partner im Rahmen einer Lernenden Organisation, der Entwicklung der Organisation und der Mitarbeiter. Die Führungskraft als Coach, als Entwickler ihrer Mitarbeiter hat mindestens die Aufgabe und Bedeutung, wie der Coach eines Spitzensportlers.

Lauftext:

Ein guter Coach muss in der Lage sein, den permanenten Prozess der Leistungs- und Kostenoptimierung ganzheitlich zu steuern und zu begleiten - er muss Manager der Veränderung und Entwicklung sein. Der alte Management- und Führungsbegriff ist mittlerweile "mega out". Das bedeutet: Ein guter Coach muss sich zunächst einmal mit seiner neuen Rolle, mit seiner Auffassung von der eigenen Aufgabe auseinandersetzen. In einem hochvernetzten System, wie es eine moderne Leistungsorganisation darstellt, muss er davon Abschied nehmen, der dynamische Macher und Obersteuerer zu sein, sondern muss sich zunächst einmal selbst mit der Rolle eines Trainers und Coachs identifizieren. Das bedeutet: Er ist ein hochqualifizierter Dienstleister, der als Kunden zunächst seine Mitarbeiter hat und ihnen Nutzen bringen muss. Frei nach Peter F. Drucker (1996) muss er sich vom "Würden-träger" zum "Spielertrainer" entwickelt haben. Er muss ein Mensch aus "Fleisch und Blut" sein, der weiß, was im Unternehmen los ist, der nahe bei seinen Mitarbeitern ist, ihre Fragen aufnimmt, Orientierung vermittelt und Impulse zur Entwicklung gibt. Gleichzeitig muss er Mut machen zur Überwindung von Schwierigkeiten.

In der Trainer- und Beraterszene gibt es für den Begriff "Coaching" zahlreiche Definitionen. Aus diesem Grund lassen Sie mich zuerst Coaching definieren.

Von der Psychotherapie unterscheidet sich Coaching bereits dadurch, dass Coaching auf den beruflichen Kontext, also auf das berufliche Handeln und damit weniger auf allgemeine psychisch problematische Situationen fokussiert ist. Somit kann man hier bereits klar betonen, dass auch Coaching kein neues Allheilmittel sein kann bzw. sein wird und auch seine Grenzen hat.

Coaching, bezogen auf die Führungskraft, ist ein von beiden Seiten bewusst gestalteter Entwicklungsprozess im Sinne eines Noch-Besser-Prozesses. Ziel des Coachings im betrieblichen Arbeitskontext ist, dass der Vorgesetzte den Mitarbeiter dabei gezielt unterstützt, seine Aufgaben gezielter und noch besser wahrnehmen zu können. Dabei ist Coaching kein neuer Arbeitsauftrag seitens des Unternehmens. Jede Führungskraft hat im Rahmen ihrer Führungsaufgabe den Auftrag, aus Mitarbeitern Spitzenmitarbeiter im Rahmen der jeweiligen betrieblichen Aufgabe zu entwickeln.

Wenn man dann noch bedenkt, dass der Mitarbeiter zum wichtigsten Erfolgsfaktor im Markt der Zukunft wird, dann ist es um so wichtiger, dass jede Führungskraft die Rolle des Coachs noch bewusster wahrnimmt. Wirft man eine Raupe hoch und befiehlt ihr zu fliegen, dann wird das nicht funktionieren. Eine Raupe entwickelt sich erst zum Schmetterling und der fliegt dann. Einen Mitarbeiter zum Spitzenmitarbeiter zu entwickeln, geht nicht von heute auf morgen, sondern bedarf eines gezielten Entwicklungsprozesses, der sowohl von der Führungskraft, als auch vom Mitarbeiter entsprechend gestaltet wird.

Die Führungskraft als Dienstleister

Die Leistung einer Führungskraft besteht in der Unterstützung, im Coaching des einzelnen oder von Teams, im Mentoring und in der Teamarbeit. Eine Führungskraft muss fordern und fördern, ermutigen, unterstützen und bewerten, Visionen, Leitbilder gestalten, neue Führungsinstrumente entwickeln und integrieren zu einem aufeinander abgestimmten Miteinander in Richtung Weiterdenken und Handeln zum Wohle des Unternehmens. Das erfordert Mut zur ständigen "Revolution". Dabei wird die Kommunikation zum strategischen Instrument der Unternehmensführung. Die neue Rolle der Führungskraft ist es, die Schlüsselperson zur Umsetzung des "Lernenden Unternehmens" zu sein. Zwar müssen alle Mitarbeiter an diesem Lernprozess mitwirken, die Schaffung des Rahmens, in dem die Mitarbeiter lernen und wachsen können, ist jedoch eindeutig die Aufgabe der Führungskraft.

Die neue Rolle der Chefs besteht in der Zukunftssicherung des Verantwortungsbereiches durch darauf vorbereitete Human-Ressourcen. Führungskräfte müssen lernen, immer mehr selbstorganisierende Prozesse zuzulassen. Sie müssen lernen, die Rahmenbedingungen für das Lernen im Unternehmen zu schaffen, die eine optimale Nutzung der Intelligenz und Kreativität der Mitarbeiter möglich machen. Die neue Rolle erfordert auch eine gewisse Fehlertoleranz. Führungskräfte müssen sich auf Prozesse und Teamentwicklung konzentrieren, nicht auf Organigramme und Hierarchie. Sie müssen Freiräume schaffen für Initiative und Selbstorganisation, den Willen zur ständigen Veränderung selbst leben und im Unternehmen erzeugen. Führungskräfte haben vorwiegend die Aufgabe, Mitarbeiter oder Gruppen zielorientiert zu bewegen und die auf dem Weg zum Ziel auftretenden Probleme und Konflikte lösen zu helfen. Das bedeutet, dass effiziente Führungskräfte immer mehr zu Coaches ihrer Mitarbeiter werden - aber dieses Coaching will gelernt sein.

Die Führungskraft als Coach

Einen Mitarbeiter zum Spitzenmitarbeiter zu entwickeln, geht nicht von heute auf morgen, sondern bedarf eines gezielten Entwicklungsprozesses, der sowohl von Vorgesetzten als auch vom Mitarbeiter entsprechend gestaltet werden muss. Coaching ist ein Entwicklungsprozess. Wichtig ist es, den strategischen Engpass herauszufinden und gemeinsam mit dem Mitarbeiter einen gezielt vereinbarten Prozess in Gang zu setzen, diesen gemeinsam zu kontrollieren und durchzuführen. Im Grunde ist dieses Coaching ein immer wiederkehrender gemeinsamer Entwicklungs- und Trainingsprozess zwischen Führungskraft und Mitarbeitern nach dem Motto: Die Betroffenen zu Beteiligten, die Beteiligten zu Betroffenen machen.

Ein guter Coach muss ein partnerschaftliches Lernmodell aufbauen können, d. h. die herkömmliche Rollentrennung zwischen Vorgesetztem und Mitarbeiter muss einer partnerschaftlichen Organisation weichen. Eine gemeinsame Reflexion muss möglich sein. Außerdem gilt: nicht die Führungskraft allein kann die Verantwortung für die Entwicklung ihrer Mitarbeiter übernehmen. Die Verantwortung für die Entwicklung muss beim Mitarbeiter bleiben. Fordern und fördern, nicht verwöhnen!

Coaching als engpasskonzentrierter Entwicklungsprozess

Justus von Liebig sagte, wenn eine Pflanze vier Rohstoffe zum Wachsen braucht und ein Rohstoff fehlt bzw. in nicht ausreichendem Maße vorhanden ist, so nutzt es nichts, von den anderen drei Rohstoffen etwas dazuzugeben. Nur der Rohstoff, der den Engpass bildet, ist der, der das Wachstum in Gang setzt. Auf das Coaching übertragen bedeutet das: Mit vielen "Schwächen" unseres Mitarbeiters können wir gut leben und arbeiten. Auf dem Weg zum Spitzenmitarbeiter ist für uns der Engpass bei der Erreichung der notwendigen Aufgaben- und/oder der psychologischen Reife herauszufinden und zu bearbeiten - "Wo ist der wirkliche Wachstumsknoten beim Mitarbeiter, woran müssen wir gemeinsam konkret arbeiten?" lautet die Frage.

Ein Coach muss sich der Anforderung stellen, eine bisher hierarchisch geführte Organisation zu einer mitarbeiter- und teamorientierten Selbststeuerung zu entwickeln. Er darf nicht länger im System arbeiten, vielmehr muss er am System arbeiten, d.h. zunächst einmal die Stärken und Schwächen des Gesamtsystems, den Entwicklungsstand seines Unternehmens erkennen und seiner Potentiale, um auch im Rahmen eines individuellen Coachingprozesses mit zu einer Verbesserung des Systems insgesamt auf Dauer beizutragen. Wenn er weiter nur im System arbeiten würde, würde er seine Energie dafür einsetzen, das bestehende System in seinem bisherigen Zustand zu erhalten, was jede Entscheidung blockieren und nicht zum Entstehen einer Lernenden Organisation beitragen würde, und nur eine solche kann langfristig überleben. Als Coach muss er sich bewusst machen: Menschen lernen in erster Linie durch praktisches Handeln, und sie lernen dann am meisten, wenn das Vorgehen im Einzelcoaching mit dem Vorgesetzten oder noch besser, als Teamcoaching gemeinsam geplant und laufend ausgewertet wird. Der Preis dafür sind kleine Fehler und gelegentliche Pannen, doch das sind wichtige Lerngelegenheiten und damit eine Investition, die sich am Ende auszahlt.

Nachspann:

Einen guten und erfolgreichen Coach zeichnet aus, dass er auf die Lösung von Problemen orientiert ist, den Blick in die Zukunft, auf mögliche Optionen lenkt und mit dem Mitarbeiter daran arbeitet, die Lösungen herauszuarbeiten. Ein guter Coach würde sich niemals auf ein Problem fixieren und erklären, warum ein Problem entstanden ist. Ein effektiver Coach erkennt, dass sich die meisten Probleme aus der Lösung definieren. Er weiß, dass Probleme meist aus falsch formulierten Zielen resultieren und kennt auch einen anderen Zusammenhang, nämlich den, zwischen der Lösung und der Nicht-Lösung und dem darin bestehenden Unterschied. Ein guter Coach hat die Fähigkeit, gemeinsam mit dem Mitarbeiter die Lösung darzustellen, sich klar zu machen, den daraus sichtbar werdenden Unterschied in kleine Teilchen zu zerlegen und damit "bewältigbar" zu machen. Er hat ein positives Menschenbild, nämlich, dass sowohl im personalen als auch im organisationalen System genügend Ressourcen für die Verbesserung der Situation vorhanden sind und nur die Fähigkeiten aktiviert werden müssen, die aus der Situation herausführen.

Ein guter Coach glaubt, wie ein Coach im Sport, an die Ressourcen und an die Fähigkeiten seines Mitarbeiters. Nur dann wird Coaching zur "never ending story" - zum permanenten Prozess im lernenden Unternehmen.


Die dta führt auf Grund des großen Interesses dieses Jahr ein weiteres offenes Coaching-Seminar durch:

Veränderungsmanagement in der praktischen Umsetzung
"Die Führungskraft als Coach - Durch Coaching zu Spitzenleistungen - Entwicklung von Coaching-Kompetenz"

Kompaktseminar für Führungskräfte, Trainer und Berater

29.05. - 31.05.2000

Weitere Infos zur dta-Deutsche Trainer- und Führungskräfte-Akademie Unternehmensberatung BDU erhalten Sie unter der Tel.-Nr. 040/580309, per Fax.: 040/583228, über email dtaAkademie@ t-online.de, Internet http://www.dta-akademie.de oder schriftlich bei dta, Tibarg 40, 22459 Hamburg.

*Dr. Angelika Hamann ist geschäftsführende Gesellschafterin der dta - Deutsche Trainer- und Führungskräfte-Akademie Unternehmensberatung BDU. Die dta ist spezialisiert auf die Prozeßbegleitung von Unternehmen in Richtung Lernende Organisation. Sie betreut in diesem Bereich sowohl namhafte Großunternehmen als auch mittelständische Unternehmen. Gleichzeitig ist Dr. Angelika Hamann spezialisiert auf Einzel-Coaching für Führungskräfte, Trainer und Top-Manager.


Abdruck honorarfrei/25. April 2000

Belege erbeten: mm-pr, Postfach 6 26, 95606 Marktredwitz

Agentur Unternehmen

mm-pr dta
Carina Quast Dr. Angelika Hamann
Markt 9 Tibarg 40
95615 Marktredwitz 22459 Hamburg

Tel.: 09231/9637-0(-15) Tel.: 040/580309
Fax: 09231/63645 Fax: 040/583228

email: mailto:dtaAkademie@%20t-online.de